Es war ein zwölfminütiger Bieterkampf. Zehn Bieter im Saal des New Yorker Auktionshauses Phillips, drei weitere per Telefon. Am Ende schlug der Hammer bei 17.752.500 US-Dollar nieder — und die Rolex Daytona mit der Gravur „Drive Carefully Me“ war die teuerste Armbanduhr, die je verkauft worden war.
Ihr Vorbesitzer: Paul Newman, Oscar-prämierter Schauspieler, passionierter Rennfahrer, Mitinhaber eines Salatdressing-Imperiums. Die Uhr: ein schlichter Edelstahl-Chronograph von 1968 mit einem ungewöhnlichen Zifferblatt, das Newman selbst kaum beachtete. Seine Frau Joanne Woodward hatte ihm die Uhr 1972 geschenkt. Die Gravur auf der Rückseite war ihr Wunsch an ihn: Drive Carefully. Me.
Newman trug die Uhr jahrelang täglich. Dann schenkte er sie seiner Tochter Nell. Nell verkaufte sie 2017. Das Ergebnis: 17,75 Millionen Dollar. Für eine Uhr, die ursprünglich ein paar hundert Dollar kostete.
Dies ist die Geschichte der teuersten Rolex der Welt — und was sie über Uhren, Seltenheit, Prominenz und das Irrationale am Luxusmarkt erzählt.
Platz 1: Die Paul Newman Daytona — 17,75 Millionen Dollar (2017)

Modell: Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6239
Gefertigt: ca. 1968
Versteigert: 26. Oktober 2017, Phillips New York
Preis: 17.752.500 US-Dollar (~16,2 Millionen Euro)
Auflage: ca. 2.000 Exemplare dieser Referenz (nur eines davon dieses)
Im Jahr 2017 wurde Paul Newmans eigene Uhr für einen Rekordbetrag von etwa 16,2 Millionen Euro bei einer Auktion in New York von einem anonymen Telefonbieter erworben — und wurde damit zur teuersten jemals versteigerten Rolex.
Was diese Uhr von den rund 2.000 anderen Exemplaren der Referenz 6239 trennt, ist nicht ihr Werk, nicht ihr Gehäuse und auch nicht ihr Zustand. Es ist die Geschichte. Paul Newman, ein passionierter Rennfahrer, erhielt die Daytona von seiner Frau als Geschenk, wobei die Gravur „Drive Carefully Me“ auf dem Zifferblatt die Uhr besonders persönlich macht.
Der Begriff „Paul Newman Daytona“ bezeichnet eigentlich den Zifferblatt-Stil — ein exotisches Exotic-Dial mit Art-Déco-Elementen, quadratischen Minutenmarkierungen und einem kontrastierenden Subzifferblatt-Design, das 1967 eingeführt wurde. Newman trug diese Variante so konsequent, dass sie nach ihm benannt wurde. Aber nur eine einzige davon war tatsächlich seine — die mit der Gravur seiner Frau auf der Rückseite. Und genau diese eine ist die teuerste Rolex, die je versteigert wurde.
Der anonyme Käufer ist bis heute nicht bekannt. Ein Teil des Erlöses floss an die Nell Newman Foundation und die Paul Newman Stiftung.
Platz 2: Die Daytona „Unicorn“ — 5,9 Millionen Dollar (2018)
Modell: Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6265 „The Unicorn“
Gefertigt: ca. 1970
Versteigert: 2018, Phillips Genf
Preis: 5.939.000 CHF (~5,9 Millionen Dollar)
Den zweiten Platz belegt ein Modell, das seinem Spitznamen alle Ehre macht: die Daytona Unicorn, Referenz 6265. Die Uhr ist das einzige bekannte Exemplar dieser Referenz, das aus Weißgold gefertigt wurde — alle anderen Daytona-Modelle dieser Generation bestehen aus Stahl oder Gelbgold. Der bekannte Sammler John Goldberger ließ das seltene Stück 2018 bei Phillips in Genf versteigern.
Dass der Erlös von knapp 6 Millionen Dollar vollständig in wohltätige Zwecke floss, macht die Geschichte runder: Goldberger, der die Uhr Jahrzehnte lang besessen hatte, entschied, dass ihr Wert Kindern zugute kommen sollte. The Unicorn ist damit nicht nur das seltenste, sondern auch das großzügigste Stück auf dieser Liste.
Platz 3: Die Bao Dai — 5,1 Millionen Dollar (2017)
Modell: Rolex Referenz 6062 „Bao Dai“
Gefertigt: ca. 1952
Versteigert: 2017, Phillips Genf
Preis: 5.066.000 CHF (~5,1 Millionen Dollar)
Die Bao Dai mit der Referenz 6062 wurde nach ihrem Besitzer, dem letzten Kaiser von Vietnam, benannt. 2017 wurde sie für mehr als fünf Millionen US-Dollar versteigert. Die Bao Dai hat einen dreifachen Kalender und zeigt die Mondphasen an. Sie besteht aus 18 Karat Gelbgold und ist mit sorgfältig geschliffenen Diamanten besetzt.
Als der Kaiser 1954 nach der seltensten erhältlichen Rolex fragte, erhielt er dieses Exemplar. Was er bekam, war eine der kompliziertesten Armbanduhren, die Rolex damals herstellte — eine der wenigen mit Mondphasenanzeige, ewigem Kalender und wasserdichtem Oyster-Gehäuse. Die Kombination dieser Komplikationen in diesem Format gab es bei Rolex nur ein weiteres Mal.
Die Bao Dai ist eine von nur drei bekannten Versionen dieser Referenz mit Diamant-Stundenmarkierungen — und das einzige Exemplar, bei dem die Diamanten genau zu den geraden Stunden ausgerichtet sind. Dieses Detail allein macht sie einzigartig. Nach einem achtminütigen Bieterkampf zwischen zehn Interessenten im Saal und drei am Telefon ging sie an einen anonymen Telefonbieter.
Platz 4: Paul Newmans zweite Daytona — 5,47 Millionen Dollar (2020)
Modell: Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6263 „Big Red“
Gefertigt: ca. 1983 (Geschenk von Joanne Woodward zum 25. Hochzeitstag)
Versteigert: 2020, Phillips New York
Preis: 5.475.000 US-Dollar
In die Liste der teuersten Rolex der Welt gehört eine weitere Rolex Daytona von Paul Newman: ein Chronograf mit der Referenz 6263, der 2020 für rund 5,5 Millionen US-Dollar versteigert wurde. Diese Rolex bekam Newman ebenfalls von seiner Frau Joanne Woodward geschenkt, und zwar 1983 zum 25. Hochzeitstag.
Die „Big Red“ ist benannt nach dem roten „Daytona“-Schriftzug auf dem Zifferblatt — ein Merkmal, das nur bei frühen Modellen dieser Referenz vorkommt und Sammler seither begeistert. Diese Uhr ist der Beweis, dass Paul Newman nicht einmal persönlich ein Stück tragen musste, um seinen Marktwert zu verleihen: allein die Herkunft aus dem Newman-Haushalt, dokumentiert durch Familiengravur und Provenienz, reichte für 5,5 Millionen Dollar.
Platz 5: Der Rolex Split-Seconds Chronograph Ref. 4113 — 3,5 Millionen Dollar (2024)
Modell: Rolex Antimagnetique Split-Seconds Chronograph Referenz 4113
Gefertigt: 1942
Versteigert: 2024, Monaco
Preis: ca. 3,5 Millionen US-Dollar
Die Rolex Antimagnetique Split-Seconds Chronograph Ref. 4113 von 1942 wurde in einer Gesamtauflage von gerade einmal zwölf Stück produziert. Eine noch höhere Exklusivität erhält sie durch den Umstand, dass man diese Modelle nie kaufen konnte, da sie einzig und allein als Geschenke für den Sieg eines Motorsport-Teams gefertigt wurden. Mit einem Rattrapante-Mechanismus und Telemeterskala erzielte der Rolex Split-Seconds Chronograph 2024 einen Verkaufspreis von knapp 3,5 Mio. US-Dollar bei einer Auktion in Monaco.
Mit 44 mm Durchmesser ist die Referenz 4113 eine der größten Rolex-Uhren, die je gebaut wurden. Zwölf Exemplare für Motorsport-Sieger, nie für den freien Verkauf bestimmt. Wer eines heute besitzt, hat eines der rarsten Objekte in der Geschichte der Schweizer Uhrmacherei.
Die teuersten Rolex-Auktionen auf einen Blick
| Platz | Modell | Jahr | Auktionshaus | Preis |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Daytona „Paul Newman“ Ref. 6239 | 2017 | Phillips New York | 17,75 Mio. $ |
| 2 | Daytona „Unicorn“ Ref. 6265 | 2018 | Phillips Genf | 5,94 Mio. $ |
| 3 | Bao Dai Ref. 6062 | 2017 | Phillips Genf | 5,07 Mio. $ |
| 4 | Daytona „Big Red“ Ref. 6263 (Newman) | 2020 | Phillips New York | 5,48 Mio. $ |
| 5 | Split-Seconds Chronograph Ref. 4113 | 2024 | Monaco | ~3,5 Mio. $ |
| 6 | Daytona „The Neanderthal“ Ref. 6240 | 2024 | Phillips Monaco | ~3,5 Mio. $ |
Die teuersten Rolex, die man heute kaufen kann
Auktionsrekorde sind das eine. Aber welche Rolex kostet neu am meisten — und welche sind auf dem Gebrauchtmarkt besonders teuer?
Im aktuellen Rolex-Katalog 2025
Zu den teuersten Uhren im Rolex-Katalog 2025 zählen die Rolex Lady Datejust Ref. 279459RBR mit einem Listenpreis von 151.400 Euro, die Rolex Cosmograph Daytona Ref. 126595TBR für 131.000 Euro und die Rolex Day-Date 40 Ref. 228396TBR für 117.650 Euro.
In der Vergangenheit bot Rolex noch weitaus teurere Serienmodelle an, etwa die GMT-Master II „Ice“ Ref. 116769TBR zum Listenpreis von 427.910 Euro oder die Day-Date Ref. 18956BRIL für 244.970 Euro.
Die teuersten regulären Modelle im Überblick:
| Modell | Referenz | Listenpreis (ca.) |
|---|---|---|
| Lady Datejust (Diamanten-Lünette) | 279459RBR | 151.400 € |
| Cosmograph Daytona (Diamant-Lünette) | 126595TBR | 131.000 € |
| Day-Date 40 (Platin, Brillant-Lünette) | 228396TBR | 117.650 € |
| Sky-Dweller (Everose-Gold) | 336935 | ~60.000 € |
| Daytona (Weißgold) | 116509 | ~47.500 € |
| Submariner Date (Gold) | 126618LB | ~43.000 € |
Was eine „einfache“ Rolex kostet
Zum Vergleich: Die günstigste Rolex im aktuellen Katalog ist die Oyster Perpetual, beginnend ab etwa 5.800 Euro. Eine Submariner Date in Edelstahl kostet rund 10.900 Euro. Eine Daytona in Edelstahl liegt offiziell bei ca. 15.000 Euro — aber wegen jahrelanger Wartelisten wird sie auf dem Graumarkt für ein Vielfaches gehandelt.
Rolex als Wertanlage: Was die Zahlen sagen
Rolex-Uhren gelten seit Jahrzehnten als eines der wenigen Konsumgüter, die ihren Wert nicht nur halten, sondern steigern können. Aber stimmt das noch — besonders nach dem wilden Auf und Ab der Jahre 2020–2025?
Die Zahlen
Die Preise für Rolex-Uhren sind bei Abgabe dieses Artikels Mitte Mai 2026 etwa auf dem Stand vom Spätsommer 2021, also vor dem großen Hype. Seit dem Frühjahr 2023 kann man die Preise wieder als stabil bezeichnen.
Betrachtet man konkrete Referenzen: Die Rolex Datejust 36 Ref. 126234 mit blauem Zifferblatt legte seit 2020 um fast 44% zu, die Explorer 2 (Ref. 16570) ist mit rund 22% im Plus, und die Daytona Ref. 116500LN verzeichnet einen Wertzuwachs von 18%.
Langfristig gesehen: Der CPO-Preisindex der beliebtesten Rolex-Modelle ist seit Januar 2019 um knapp 42 Prozent gestiegen.
Welche Modelle lohnen sich als Anlage?
Zu den besonders empfohlenen Modellen für Wertstabilität und potenzielle Wertsteigerung zählen laut Chrono24, American Express, GQ und Watchmaster: die Rolex Daytona (besonders Referenz 116520, ungetragen mit Original-Box und Papieren), GMT-Master II „Pepsi“ (Ref. 126710BLRO) und „Batman“ (Ref. 116710BLNR) sowie die Rolex Submariner.
Vintage-Referenzen aus den 1950er bis 1970er Jahren entwickeln sich noch stabiler: Echte Vintage-Rolex-Modelle aus den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren konnten ihren Wert halten, ihre Preise blieben im Vergleich zu neueren Rolex-Modellen recht stabil.
Ein ehrlicher Vorbehalt
„Der beste Kauf einer Rolex war gestern“ — dieser Spruch spielt mit einem Augenzwinkern auf eine alte Börsenweisheit an, die besagt, dass Aktienwerte langfristig immer steigen. Auch eine Rolex ist nur eine Uhr. Sie gehört ans Handgelenk und nicht als Investment in den Safe. Wer eine Rolex primär als Geldanlage kauft, sollte wissen: Die Blase von 2021–2022, als Daytonas im Graumarkt das Doppelte des Listenpreises erzielten, ist geplatzt. Der Markt ist heute gesund — aber keine Garantie.
Was macht eine Rolex so wertvoll? Die vier Faktoren
1. Seltenheit durch Wartelisten — nicht durch Limitierung
Rolex produziert jährlich etwa 800.000 Uhren. Das klingt nach viel — ist aber angesichts der weltweiten Nachfrage nach begehrten Stahl-Sportmodellen wenig. Rolex steuert die Produktionsstrategie dabei sehr bewusst und gezielt. Neue Modelle werden lediglich über autorisierte Konzessionäre vertrieben, die oft wenige bestimmte Referenzen zugeteilt bekommen. Dort entstehen teils jahrelange Wartelisten.
2. Prominenter Vorbesitz als Preistreiber
Die Paul Newman Daytona hat bewiesen, was Provenienz wert ist: Eine Uhr mit identischem Gehäuse und Werk kostet 60.000 Euro. Dieselbe Uhr mit der Gravur einer Filmlegende auf der Rückseite: 17 Millionen Dollar. Der Unterschied ist ausschließlich die Geschichte dahinter.
3. Das Markenimage als selbsterfüllende Prophezeiung
Rolex hat es geschafft, als einzige Uhrenmarke der Welt zum universellen Luxussymbol zu werden — unabhängig von Kultur, Sprache, Einkommensklasse. Eine Submariner wird in Mumbai ebenso erkannt wie in München. Dieses Image ist über 120 Jahre aufgebaut worden und kaum zu replizieren.
4. Technische Langlebigkeit
Viele berühmte Abenteurer und Sportler haben bereits auf Rolex gesetzt. So trugen etwa die Bergsteiger, die 1953 als erste Menschen den Mount Everest bestiegen, Rolex. Auch beim ersten Tauchgang in die Tiefe des Marianengrabens im Jahr 1960 war eine Rolex dabei. Diese Rekorde sind nicht nur Marketing — sie haben das Markenimage über Jahrzehnte befestigt.
FAQ: Die teuerste Rolex der Welt
Die teuerste Rolex der Welt ist die Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6239, die einst Paul Newman gehörte. Sie wurde am 26. Oktober 2017 beim Auktionshaus Phillips in New York für 17.752.500 US-Dollar versteigert — rund 16,2 Millionen Euro — und ist damit nicht nur die teuerste Rolex, sondern auch die teuerste Armbanduhr, die je versteigert wurde.
Die teuerste regulär im Rolex-Katalog erhältliche Uhr ist derzeit die Lady Datejust Ref. 279459RBR mit einem Listenpreis von rund 151.400 Euro. Ältere Modelle wie die GMT-Master II „Ice“ Ref. 116769TBR hatten sogar einen Listenpreis von 427.910 Euro.
Die teuerste Rolex Daytona ist die Paul Newman Daytona Ref. 6239 (17,75 Millionen Dollar, 2017). Unter den käuflichen Vintage-Daytonas sind Paul-Newman-Dial-Exemplare kaum unter 100.000 Euro zu finden. Neue Daytonas in Edelstahl kosten offiziell rund 15.000 Euro, werden aber auf dem Graumarkt deutlich teurer gehandelt.
Langfristig ja: Der Chrono24-Index zeigt seit 2019 eine Wertsteigerung von rund 42% für die beliebtesten Modelle. Besonders stabil sind klassische Vintage-Referenzen aus den 1950er–70er Jahren sowie begehrte Sportmodelle wie Daytona, Submariner und GMT-Master II. Die Überhitzung des Marktes 2021–2022 hat sich normalisiert — die Preise sind seit 2023 stabil.
Historisch hat die Daytona am stärksten zugelegt: Zwischen 2017 und 2022 stieg ihr Wert laut Chrono24 um 77 Prozent. Aktuell zeigt die Datejust 36 (Ref. 126234) mit +44% seit 2020 die stärkste Performance unter den Neumodellen. Vintage-Referenzen mit prominentem Vorbesitz oder extrem kleiner Auflage (wie die Ref. 4113) sind in einer eigenen Kategorie.
Autorisierte Rolex-Händler für Neumodelle (mit oft langen Wartelisten). Für Vintage und Sammleruhren: Chrono24 (größter Marktplatz), Sotheby’s, Christie’s und Phillips für Auktionen, sowie spezialisierte Händler wie Watches of Switzerland oder Bucherer.
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Zuletzt aktualisiert: 2025












